Zutaten für Blitzaktive Gewitter - Kurze Zusammenfassung

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Quellwolke
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Beitrag 29.11.2009, 21:16

Zutaten für Blitzaktive Gewitter - Kurze Zusammenfassung

Moin ,
hier ein weiterer Wissenthread , da ich am Wochenende etwas Zeit gefunden habe , habe ich wie versprochen ein paar Threads vorbereitet ;)

Nun
Allgemein wichtige Zutaten für Blitzreiche Gewitter sind
Viel Feuchte in den untersten Schichten - hohe Theta-E Werte also eine gut durchmischte Schicht.

Das LCL ( Wolkenuntergrenze ) sollte dabei möglichst warm sein , sodass sich unterhalb der Wolke kein unterkühltes Wasser befindet.
Eiskernbildung bei Wasser findet bei -5 bis -10°C statt. In -10 bis -40°C haben wir eine Mischphase.
Ab -40°C gefriert unterkühltes Wasser vollständig.
Eine Weitere wichtige Zutat ist Cape. Das ist wichtig , damit Luftpakete mit viel Flüssigwasser schnell aufsteigen können.
Das heißt , dass auch indirekt das EL ( Gleichgewichtshöhe , Wolkentop ) eine Rolle spielt.
Man kann also sagen , dass Gewitter mit einem hohen Wolkentop dazu neigen blitzaktiver zu sein.

Dabei findet sich die wichtigste Schicht bei -10 bis -20°C. Bei sommerlichen Gewitterlagen befindet sich diese meist zwischen 600 und 500hpa. Im Winter ist für Labilität kältere Höhenluft nötig, da sich der Boden nichtmehr so stark aufheizt. Dementsprechen liegen die Schichten mit -10 bis -20°C hier etwas tiefer.
Diese Schicht ist wichtig , da sich hier das meiste unterkühlte Wasser im CB befindet.
Hier ist es also besonders wichtig , dass viel Cape in dieser Schicht vorhanden ist. Je größer die Capefläche in dieser Höhe , desto niedriger ist gleichzeitig auch der Lifted Index. Das kann man genau allerdings nur mithilfe von Soundings feststellen. Das letzte Kriterium ist besonders für Erdblitze wichtig ;)

Fallbeispiel : Blitzaktive Gewitterlinie über BW am 30.05.08
Diese Gewitterlinie verclusterte später zu einem riesigen MCS. Es wurden teils über 5000Blitze in 20 Minuten gemeldet.
Das Stuttgarter Sounding:
Bild

Das LCL liegt hierbei deutlich über 0°C bei ca. 15°C.
Das EL liegt recht hoch und bei etwa -40°C. Das deutet auf große CB´s und recht starke Aufwinde hin.
Cape ist ordentlich vorhanden. Dabei sieht man in den Schichten zwischen -10 und -20°C ein recht breite Capefläche.
Zwischenzeitlich herrschen teils trockenadiabatische Temperaturabnahmen. Diese erhöhen das Cape etwas.
Die Grundschicht ist gut durchmischt bei einer Temperatur um 30°C und TP´s um 20°C. In den unteren Schichten ist es also sehr feucht.
die Theta-E Werte liegen bei diesem Sounding weit über 50°C.
Hier waren alle Zutaten für Blitzaktive Gewitter gegeben.

Hinweis: Das ist nur die Theorie und es kann auch ohne diese Eigenschaften zu blitzaktive Gewittern kommen.
Es können Fehler enthalten sein , da ich Laie bin ;)

Hoffe ich konnte helfen
Wenn ich die Zeit finden werden bald mehr Wissenthreads folgen.

lg aus Wolfsburg ;)
Zuletzt geändert von Stormchaser-NDS am 29.11.2009, 21:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Eyk

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Beitrag 30.11.2009, 19:22

Hey Stormchaser-NDS Danke erstmal für deinen interessanten Beitrag...
Es gibt nicht viele die das so ausf5rührlich und gut beschreiben können... aber
deinen Beschreibungen und Ausführungen gibts es etwas hinzuzufügen... und zwar in Sachen Erfahrung...

ZITAT
Das LCL ( Wolkenuntergrenze ) sollte dabei möglichst warm sein , sodass sich unterhalb der Wolke kein unterkühltes Wasser befindet.
Eiskernbildung bei Wasser findet bei -5 bis -10°C statt. In -10 bis -40°C haben wir eine Mischphase.
Ab -40°C gefriert unterkühltes Wasser vollständig.
Eine Weitere wichtige Zutat ist Cape. Das ist wichtig , damit Luftpakete mit viel Flüssigwasser schnell aufsteigen können.
Das heißt , dass auch indirekt das EL ( Gleichgewichtshöhe , Wolkentop ) eine Rolle spielt.
Man kann also sagen , dass Gewitter mit einem hohen Wolkentop dazu neigen blitzaktiver zu sein.


Das die Untergrenze, die ja schwanken kann je nach Feuchtegehalt in der Grundschichtbzw unteren 2 km, möglichst watm sein sollte ist klar.
Aber dennoch ists besser wenn man das anders veranschaulicht und zwar mit dem vertikalen Temperaturgradienten. Der ist bei einer Überadiabate ( oft im Sommer bei starker Einstrahlung und knapp über der Grundschicht liegender etwas kühlerer Luft am stärksten) am weitesten ausgeprägt.
Damit meine ich das man sich generell am Verlauf der Zustandskurve orientieren sollte, die bei viel Labilität flacher ist als eine Trockenadiabate.

Dann das unterkühltes bzw superkaltes Wasser bei -40°c vollständg gefriert ist auch nicht immer so.
Bei starken Systemen wurde beobachtet das superkaltes Wasser sogar noch bei -55 oder gar knapp -60 flüssig war..
Ein Faktum was bei der Hagelentstehung UND den Maximalhöhen der Aufwinde bei Superzellen bzw Energieverteilung in konvektiven Systemen eine wesentliche Rolle spielt.
Dann was zu Cape.... Ich schaue mir bei der Vorhersage in erster Linie auf die Energie bzw Theta E karten. Diese zeigen mir an wieviel Energie wirklich in der Luftmasse steckt.
Cape zeigt nämlich im Gegensatz zu Theta E nur die MOMENTAN verfügbare Energie an, die oft nur ein Teil der absolut vorhandenen Energie ist.
d.h. zb haste in einer Volumeneinheit Luft bei 45 °Theta E und 1000 J Cape weniger Energie als bei 65°theta E und 1000 J Cape.
Das EL ist dabei kein fester beeinflussender Faktor sondern " entsteht" so nebenbei. Je mehr Energie im Luftpaket ist desto höher kann das EL liegen. Am El ist jedoch noch lange nicht Schluss.
Oft wird dieses überschossen. Gerade wenn der Lifted Index einen hohen negativen Wert hat, hats oben am El noch ne Menge Auftriebs Überschuss so das das EL um 500 bis 1000 oder gar mehr Meter überschossen werden kann, Das ist oft bei SZs so.

Dann Gewitter mit hohen Tops sind nicht immer die blitzaktivsten..
Es kommt vor allem auf die Organisation und Beschaffenheut des Aufwinds an.. Ein geradliniger starker Aufwind mit organisierter Rands bzw Grenschichtströmung , verursacht weit weniger elektrische Aktivität alls ein mäandrierender Aufwind mit immer wieder einsätzenden konvektiven Schüben und unregelmäßigen Turbulenzzonen die sich ständig verändern.
Letztere Systeme sind auch oft nicht so hoch.
MCS Systeme die immer auf mehreren Linien ifortlaufend neue Zellen auslösen oder Zellen die dicht gestaffelkt ziehen sind daher auch sehr stark blitzaktiv. Nur meists sinds eben Multis.. und keine SZs
Starke Mesos bzw Aufwinde in Superzellen stellen bei ihrer Verstärkung bzw Streckung bei meist folgender Tornadobildung ihre Blitzaktivität fast ein, eben weil sich die Strömungen in der Zelle in dieser Phase gut organisiert haben und kaum verändern. Erst bei einem neuen Zyklus bzw Anbau liebt die Blitzaktivität wieder auf.
Die Folge davon ist, das bei starken organisierten Aufwinden , sich viel positive Ladung im oberen Amboss aufbaut und sich dieses dann in positiven CGs und eben Seitenentladungen in der Nähe des FFD und RFD an der Aufwindflanke entlädt.
Da gibts aber noch vieles anderes zu berichten drüber... das würde aber jetzt zu lang


Je größer die Capefläche in dieser Höhe , desto niedriger ist gleichzeitig auch der Lifted Index.


Das stimmt eigentlich nicht... denn der LI ist der Abstand zwischen Zustandskurve und Paketkurve. Je größer der Abstand deso hher der negative LI.
Klar eine groß0e Cape Fläche heißt nicht gleich das es auch viel negativen LI hat.. aber es schliesst dies nicht aus.
Dann die Schicht zwischen 500 und 600 ist nicht unbedingt für Erdrblitze wichtig sondern eher für die Eiskeimbildung welche dann die Entstehung von Hagel begünstigt. Für viele Blitze braucht man etwas Deckel der die Aufwindströmung etwas stört, viel Feuchte bei hochenergetischer Luftmasse und viel Labilität.
Für Blitze brauchste nicht unbwedingt Eis.. Klar begünstigt Eis den Ladungstransport und sorgt zb für die berühmten CIDs oder Ebntladungen von Gand oben nach ganz unten... dennoch geht es aber auch ohne.
Da hab ich schon recht viel erlebt und gesehen.

Dann zu dem MCS am 30.5.2008
Das Dingen bestand aus sehr vielen benachbarten gestaffelt ziehenden Multis.
Dann war die Grundschicht sehr feucht, unf zwar derrartig das wir hier hochnebelartige Bewökung hatten.
Dann hat es Trockenluft reingemischt aus höheren Regionen, Den Zavken haste ja im Temp drin.. so das sich Zellen durch die so beschleunigten Abwinde recht selbst verstärken und organisieren konnten..
Durch die vielen eng gestaffelt ziehenden Zellen kam es dann dazu das sich die Zellen gegenseitig beeinflussten und eben auch ständig neu auslösten.
Teilweise konvergierten manche Zellen miteinander... und da das ganze in der Regel recht kurzlebig war gab es auch viele Grenzschichtströmungen und Wirbel. Auch kurlebige Mesos gabs hier sicher die aber dann nur im unteren Level vorhanden waren.
Das einzige was recht organisiert war, das war der Inflow bzw fast schon Inflowjet in 2 km Höhe aus südöstlicher Richtung...
Daran hat sich die ganze Choose dann auch entlangentwickelt.
Eben wegen den vielen Zellen dioe miteinander konvergierten und sich gegenseitig störten etc gabs diese hohe Blitzaktiivität.
Der lokal recht grosse Hagel ghat mit Sicherheit bei diuesem Fall mehrere Zellen durchquert bevor er zu Boden fiel...

Zum Sounding... Haste mal den MU Cape eingezeichnet bzw den Mixed Layer Cape ? der lag nämlich wesentlich hoher wie der Grundschicht Cape.


Aber danke das du das Thema mal eröffnet hast denn da fehlen mir hier die Diskussionspartner..

MFG

Eyk
Wenn man unter dem Aufwindturm steht und sich dieser sichtlich dreht, sollte man das nicht zu Früh loben denn es kommt alles Gute von Oben.
Das ist oft Eis in Kugelform. Auf dem Körper tut das Weh enorm.
Da kommt dann von der Seit rotierend was geblasen, da hebt man Ab mitsamt dem Rasen.

Da gelob ich mir den nächtlichn starken Lampenschirm, den hat man Lang im Hirn

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